27.11.11

Das Medaillon aus der Zeit: bei Cthulhu Libria

"Viele Geschichten werden von der Zeit überholt und geraten in Vergessenheit", schreibt Eric Hantsch, Herausgeber des E-Zines CTHULHU LIBRIA in seinem Vorwort zu meiner Story: DAS MEDAILLON AUS DER ZEIT, betont jedoch, dass eben jene Erzählung "diesem Prozess erfreulicherweise entronnen" sei.
Tatsächlich erschien meine Story das erste Mal im Jahre 1998 in der von Jörg Kleudgen herausgegebenen Anthologie ARKHAM - UND ANDERE ORTE DES GRAUENS, erschienen in dem seinerzeit als Geheimtipp geltenden Kleinverlag Goblin Press. Die Geschichte selbst ist jedoch viel älter. Das genaue Entstehungsdatum lässt sich gar nicht mehr eroieren: Ich schrieb seinerzeit noch auf einer elektronischen Schreibmaschine. Für den Abdruck in Jörgs Anthologie schickte ich ihm das Manuskript noch per Post, denn weder Jörg noch ich verfügten über eine e-Mail Adresse. Kaum zu glauben, aber so war das damals. Jörg versah den Text mit Anmerkungen und sandte ihn auf dem Postweg an mich zurück. Ich tippte das ganze noch mal ab und er wiederum scannte den Text Seite für Seite ein, um ihn dann in seinem Computer in das Buchmanuskript einfügen zu können. Das Buch selbst fertigte Jörg in einem Copyshop an.
Das fertige Produkt in den Händen zu halten war etwas magisches. Etwas besonderes. DAS MEDAILLON AUS DER ZEIT war neben meiner Novelle STEINE und dem einen oder anderen Abdruck in einer Schülerzeitung meine erste Veröffentlichung. Die Anthologie erschien in einer Auflage von 100 Stück.
Als ich Jahre später mit Markus K. Korb an unserem Gemeinschaftswerk DAS ARKHAM-SANATORIUM feilte, und nach geeigneten Erzählungen suchte, die innerhalb unserer konzipierten Rahmenhandlung funktionieren würden, fiel mir DAS MEDAILLON AUS DER ZEIT wieder ein. Ich veränderte den Text grundlegend. Ich hätte ihn eh abtippen müssen, da es keine computerisierte Version davon gab, weshalb ich beschloss, dass ich die ganze Geschichte auch gleich neu schreiben könnte. Somit handelt es sich bei dem gleichnamigen Text aus dem ARKHAM-SANATORIUM zwar um die selbe Geschichte, jedoch wird diese anders erzählt.
Vor ein paar Wochen erst, bekam ich von Eric nun die gezielte Anfrage, ob er die Originalstory in seiner nächsten Ausgabe des CTHULHU-LIBRIA bringen dürfe. Ich dachte zunächst, er meinte die Version aus dem ARKHAM-SANATORIUM ... doch dann erinnerte ich mich daran, dass beide Texte nicht mehr viel gemein hatten. Eric betonte, dass es ihm darum ginge, eben jene ursprüngliche Version dem Leser zugänglich zu machen.
And that's it! "Ein Frühwerk, dessen naiver Charme vom Leser die Ergänzungen etlicher Lücken erfordert und das sowohl mangels Schlüssigkeit, als auch stilistisch sicher nicht an seine Novelle STEINE heranreicht", schrieb Jörg seinerzeit im Vorwort zur Arkham-Anthologie. Doch genau diesen naiven, ursprünglichen Charme suchte Eric, und ich bin ihm dankbar dafür, dass die Erzählung nach 13 Jahren einmal mehr den Leser erreichen kann.
Die Ausgabe 39 von CTHULHU LIBRIA kann kostenlos als pdf bei LITERRA heruntergeladen werden, oder alternativ bei CTHULHUS RUF.

3.11.11

Halloween - Nachlese

Der Abend des 30. Oktober 2011 war kalt und neblig. Nicht viele Menschen verirrten sich in den kleinen mittelfränkischen Ort, um einer Lesung mit schaurigen Geschichten zum bevorstehenden Halloween-Fest beizuwohnen. Doch immerhin: Der Autor zählte 35 Gäste. Und von diesen erhielt er im Anschluss an die Lesung ausnahmslos positive Resonanz.
Nein wirklich: es war ein außergewöhnlicher Abend, nicht nur für mich als Vortragenden. Erstmals habe ich mit Soundschnipseln als musikalische Zwischeneinschübe nach den Geschichten gearbeitet. Das kam gut an, bot dem Publikum Zeit zum verschnaufen und mir selbst die Gelegenheit, einen Schluck Wasser zu trinken. Die Veranstaltung dauerte insgesamt bis 21:00 Uhr, wobei ich zwei Pausen eingeplant hatte, in denen das Publikum sich etwas zu essen oder zu trinken bestellen konnte.
Auf vielfachen Wunsch habe ich mich zwar bemüht, eine halbwegs vernünftige Aufnahme der Veranstaltung zustande zu bringen, doch da ich gerne bei gedämpftem Licht vortrage, ist das Videomaterial leider zu dunkel geraten. Die alleinige Tonqualität klingt auch nicht sauber genug, was jedoch darauf zurückzuführen ist, dass als Aufnahmegerät einzig ein handelsüblicher Camcorder vorhanden war. Meine Stimme hallt etwas und klingt dadurch auf der Aufnahme leicht blechern.
Damit man sich dennoch einen kleinen Eindruck über die Atmosphäre der Lesung verschaffen kann, habe ich die kürzeste Geschichte des Abends hergenommen und mit einem Equalizer leicht bearbeitet. Das Ergebnis ist zwar noch immer nicht optimal, doch handelt es sich ja auch nicht um eine professionelle Veröffentlichung, sondern vielmehr um eine Art Schnappschuss:
Bei dem Auszug aus der Lesung handelt es sich um die Kurzgeschichte "Der warme Schal" aus meinem Buch "Kaleidoskop der Seele", erschienen im Atlantis Verlag.
Immerhin: Mein Interesse ist geweckt, eine halbwegs passable Aufnahme einiger meiner Geschichten zu realisieren. Näheres hierzu an dieser Stelle, sobald es nennenswerte Fortschritte gibt.